Alter Ego

Letztens hatte ich Besuch von dir. Ich war etwas angespannt. Schliesslich hattest du mich unlängst so einige Nerven und Tränen gekostet. Du bist mein jüngeres Ich, mein sturer unbelehrbarer Kopf, den ich fasziniert betrachte. Ich bin aber auch erleichtert, dass diese Zeiten mittlerweile vorbei sind. Mich über eine Ungerechtigkeit, nur der Korrektheit willen, über Jahre aufzuregen? Kommt für mich nicht mehr in Frage. Alle verärgern, weil ich weiss, dass ich recht habe und weil ich erreichen will, dass mir Recht gegeben wird? So what? So funktioniert das Leben eben nicht. Atmen, der Gescheitere gibt nach, der Esel bleibt stehen…So heisst es in einem unserer landestypischen Sprüche. Und so meine ich, kommt man ganz schön weit im Leben. Leben und leben lassen. Engagieren, wo es sich lohnt. Kämpfen wo Erfolge möglich sind. Sein lassen, was nur Nerven kostet- für nix und wieder nix.

Dir geht es gut. Ich habe dich ziehen lassen müssen und das war auch richtig so. Du hast Pläne. Einen guten Teil davon, musstest du bereits wieder verwerfen, wie ich es dir gesagt hätte, hättest du mich vorher gefragt. Hast du aber nicht und das macht auch nichts (mehr). Du machst deine eigenen Fehler, in deinem eigenen Leben, mit deinen eigenen Menschen, Freunden, Familie. Denn du bist nicht nur wie ich, du bist auch immer noch du selbst. Es freut mich, dass es dir gut geht, dass du Pläne hast. Sogar welche, die genug flexibel sind, dass sie funktionieren können. Auf bald…Sohn

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