Keine Ahnung

Und dann sitzt du hier und fragst dich, wie gehts ihm wohl? Denkt er auch noch an dich? Soll ich nicht doch schreiben, nur um zu fragen…

Dabei bin ich mit dem guten Gefühl aufgewacht, eine ganze Woche durchgehalten zu haben. Es ist der achte Tag, an dem ich dir nicht geschrieben habe. An dem ich nicht ständig auf deinen online Status gewartet habe. Gut, ich sage ja, nicht ständig, nur noch 2x am Tag, ungefähr… Ich dachte, vielleicht wird das irgendwann besser. Mit dem Alter oder so. Aber dem ist nicht so. Immer wenn du wieder in meinem Leben bist, haut es mich von Neuem um und das ist auch gar nicht schlimm.

Denn es räumt in mir immer wieder neue Dinge auf. Letztes Mal habe ich danach Sport betrieben und das will was heissen bei mir. Dieses Mal habe ich mit Fasten angefangen. Intervallfasten, um genau zu sein. Es klingt spannend und fühlt sich machbar an. Jedes Jahr, das vergeht, lehrt mich Neues zu fühlen, auszuprobieren, zu wachsen und geduldig mit mir zu sein.

Den Kontakt mit dir wieder intensiver aufgenommen, habe ich, weil ich erfahren hatte, wie schwer dich Schicksalsschläge ereilt hatten. Die Konsequenzen sind gewaltig, wenn auch nicht verwunderlich, nach all dieser Zeit. Es hat mich sehr traurig gemacht, dass alles so kam, wie zu rechnen war. Damals wie heute wünschte ich, man könnte Menschen einfach schütteln, umarmen und dann sind sie wieder zurecht gerückt und funktionieren wie sie sollen. Aber was soll das überhaupt heissen? Funktionieren, wie es gesund, von der Gesellschaft geachtet und für gut befunden wird? Was willst du mich lehren, da du wieder in mein Leben getreten bist? Wo du mich für kurze Zeit willkommen geheissen hast?

Wo möchtest du, dass ich lerne hinzusehen? Dass es eben nicht genügt, zu sagen dass man liebt. Dass auch Taten folgen müssten. Dass es nicht immer nach fremdem Willen gehen muss. Dass zu spät, manchmal einfach zu spät ist. (Und bleibt!) Was waren denn meine Motive, dass ich das Gefühl hatte, ich müsse mich wieder in deinem Leben blicken lassen? War es mehr, als nur die emotionale Achterbahn der Erinnerungen an dich? Mehr als nur das Haben wollen um jeden Preis? Mehr als nur ein hin und her, weil ich nichts Besseres zu tun hatte? Denn das habe ich sehr wohl. Habe ich nur allzu gerne vergessen, wenn ich dafür mit dir reden durfte.

Ich hatte (und habe immer noch) Angst oder Bedenken, dass du an den Folgen dieses Schicksals sterben wirst, denn das wirst du, über kurz oder lang. Aber du hast deine Familie, die dich nach Kräften unterstützt und Freunde/Freundinnen. Das muss reichen. Wie ich an anderer Stelle schon mal schrieb:

Ein bisschen Abstand hilft, klarer zu sehen, freier zu atmen und wieder zu wissen, Seelenverwandtschaft muss kein Happy End haben. Sie ist auch so da. In der Freundschaft, in der Kontinuität und in der Wahrheit.

more.me

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