Die Welt aus den Fugen und wie sie wieder Kugel wurde

Inspiriert von der Blogparadenidee von Wicca Secret: https://robinioblog.wordpress.com/2020/01/20/elixier-des-mutes/

Was war mein Elixier des Mutes? Wie fand ich den Weg wieder zurück ins Leben? Das sind ziemlich grosse Fragen, bei denen ich mich gerade in den Gedanken wieder finde, wo ich denn anfangen soll? Geht es hier um meine Kindheit? Meine Ausbildungszeit oder die Liebe ganz überhaupt? Da gibt es so viele Geschichten und meine Antwort zum Elixier steht schon fest.

Aufgewachsen in einem mittelständischen Haushalt mit Geschwisterkind, auf einem Dorf. Der Papa arbeitete im Dorf in einer sogenannt halböffentlichen aber so wichtigen Position, dass man sich kannte. Jeder grüsste und man war, bis man wegzog, die Tochter von…Was bei meinem Vater jetzt keine Strafe war, da er an sich ziemlich toll war. Aber man hatte sich halt zu benehmen, weil ihr wisst schon…

Meine Mutter wiederrum, das ist ein nicht ganz so schönes Kapitel. Allein gelassen mit zwei Kindern, weil der Vater, ganz wie früher üblich, von morgens früh bis abends spät das Geld heim brachte. Sie war ziemlich überfordert und wütend auf die Situation und wohl auch nicht gerne Mutter. So jedenfalls empfand ich dies stark, über meine ganze Kindheit hinweg. Sie war ein Profi in psychischem Missbrauch und natürlich auch im tätlichen Angriff, wenn die Laune arg im Keller war. Selbstredend, dass irgendwann die Scheidung der beiden erfolgte. Endlich, konsequenterweise, muss man dazu wohl sagen. Ich war allerdings schon 17 Jahre alt, bis die Scheidung durch war und dementsprechend war der seelische Schaden längst angerichtet.

Ich tat alles mögliche, um bald aus dem Haus zu kommen, Praktika am anderen Ende des Landes, eine Ausbildung, deren Bedingung es unter anderem war, dass man nicht mehr zu Hause wohnen durfte. Wegen Demonstration von Selbstständigkeit und so. Gesagt, getan, das Leben fühlte sich wieder einiges besser an. Wie ihr euch vorstellen könnt, ist das jedoch nicht so wirklich die Zeit, in der man einsieht, zu Hause zu sitzen, zu lernen und fokusiert auf ein Diplom hin zu arbeiten. So kam es, wie es kommen musste, nach Extrarunde, Burnout und larvierter Depression, entschied ich mich, die Ausbildung abzubrechen. Vorerst, wie ich dachte. Ich hegte noch Jahre danach den Gedanken, die Ausbildung über andere Wege doch noch abzuschliessen. Dass man für den Beruf aber einfach nicht geeignet war, sagt einem aber auch keiner so direkt. Hätte mir einige Wege erspart.

Jedenfalls habe ich dann meinen heutigen Arbeitgeber gefunden, der in mir offensichtlich ein Potential sehen konnte, welches ich selber weder spüren noch glauben konnte. Inzwischen habe ich eine andere Ausbildung, diverse Weiterbildungen und neue Funktionen bekommen, für die ich sehr dankbar bin. Was also war mein berufliches Elixier des Mutes? Wohl die anderen, sogenannt erwachseneren Menschen um mich herum, die an der richtigen Stelle bestärkt, an anderen Stellen gebremst, aber letztendlich immer mein Fortkommen für mich gewollt hatten und haben.

Das alles, ist es aber nicht, was wirklich Mut gekostet hat. Klar, ich liebe meinen Beruf über alles und er ist einer meiner wichtigsten Säulen in meinem Leben. Es war auch ein wirklich schwerer, sehr sehr langer Weg zum Ziel. Aber da gab es immer Menschen, die mich mehr liebten, als es der Schaden der Vergangenheit, zerstören konnte. Nur einmal; wünschte ich heute, wäre der Schaden nicht so gross gewesen. Vielleicht hätte es da eine Chance gegeben, die ich deswegen verpasst hatte…Wer weiss das schon. Möglich, dass diese Wegkreuzung mich ganz wo anders hin geführt hätte.

Dieser Bericht ist natürlich eine stark gekürzte Zusammenfassung eines ganzen Lebens, jeder Menge Tränen, Frust und wieder aufstehens. Mut aber, hat mir gefehlt, wenn ich Entscheidungen für die Liebe hätte treffen sollen. Mut, vor die Familie hin zu stehen und zu sagen, ja es ist dieser Mensch. Ob es euch passt oder nicht. Ja ich will, ob ihr es verstehen könnt, oder nicht. Bis jetzt habe ich Entscheidungen immer mit dem Herz gefühlt, aber mit dem Verstand entschieden. Alles was wichtig war, ist diesem Denken zum Opfer gefallen. Etwas Grosses gespürt? Aber nicht doch! Was denkt die Familie? Kann ich mir das gerade leisten? Macht etwas Anderes mehr Sinn, rational betrachtet, natürlich. Ja; immer machte etwas anderes mehr Sinn. Immer war der Verstand der vernünftigere, weil einfachere Weg. Mut ist eigentlich das fehlende Elixier hier.

Wieso also, fühle ich mich vom Thema dennoch angesprochen? Weil es mir hilft, mich zu reflektieren. Weil es wieder eine Entscheidung in meinem Leben gibt, die Mut erfordern wird. Weil diese Entscheidung dieses Mal alles oder nichts kostet. Weil ich aber auch das erste Mal in der Seele fühle, dass ich möglicherweise stark genug sein könnte, mit den Konsequenzen zu leben. Weil es eben die grosse Seelenliebe ist, von der ich hier spreche. Von nichts Grösserem, was ich bis jetzt fühlen und erleben durfte. Weil Seelenverwandtschaft jedes Risiko wert ist. Auch wenn sie dir Knochen, Herz und Leib verbrennt. Seit ich meine Liebe wieder in meinem Leben habe, weiss ich wieder, wie fühlen geht. Wie tief Liebe eigentlich gemeint war vom Schöpfer.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Wicca Secret sagt:

    Erst einmal Danke für deine Geschichte vom Leben ins Leben. Den Anfang deiner Geschichte konnte ich in meine übernehmen. Kenne ich nur zu gut. Ja und genau solche Geschichten wie die deine, werden den Menschen Mut machen weil sie sich darin finden werden. Danke für deine Offenheit.
    Lg Robert

    Gefällt 1 Person

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